Lichte Föhrenwälder

Aus Nährstoffmangel in Äckern und Rebbergen wurde im letzten und vorletzten Jahrhundert an verschiedenen Waldstellen der Oberboden und Mergel abgetragen. Was im ersten Moment nach Zerstörung aussah, war in Tat und Wahrheit eine  Chance für die Natur: Föhren, zahlreiche Orchideen und andere Pflanzenarten, die sich auf nährstoffreichen Böden kaum gegen schneller wachsende Pflanzen durchsetzen könnten, fanden auf den nährstoffarmen, dichten, meist trockenen, aber kurzweilig sehr feuchten Mergelböden einen idealen Lebensraum. Lichte Föhrenwälder entstanden, durch deren Lücken viel Sonnenlicht zum Boden dringt, so dass sich eine artenreiche Krautschicht entwickeln konnte. Neben einem grossen Orchideenreichtum wachsen dort vor allem Gräser, insbesondere Pfeifengras, Fieder-Zwenke und verschiedene Seggen.

Die Zielart

Auf der Fieder-Zwenke, die in lichten Föhrenwäldern wächst, entwickeln sich die Raupen des seltenen Gelbringfalters (Lopinga achine). Nördlich der Alpen ist dieser anspruchsvolle Schmetterling selten und nur lückenhaft verbreitet. Er meidet dichte Wälder ebenso wie offene, baumlose Wiesen und ist somit völlig auf die lichten Pfeifengras-Föhrenwälder angewiesen. Auch sonst ist der Gelbringfalter nicht gerade robust: Die kleinen Naturjuwelen leben gerade einmal anderthalb Monate als Schmetterling.

Die Förderung

Im Jurapark mit seiner verhältnismässig hohen Dichte an Föhrenwäldern existieren nur noch sechs bekannte Populationen des Gelbringfalters. Viele ursprünglich lichte Föhrenwälder sind inzwischen durch die im Laufe der Jahrhunderte angesammelten Nährstoffe sowie das Ausbleiben von Beweidung, Mahd und anderer Bewirtschaftung verbuscht. Der Jurapark Aargau setzt sich dafür ein, dass diese Föhrenwälder aufgewertet und mit lichten Waldgürteln vernetzt werden.
In den Wintern 2011/12 und 2012/13 wurden in Densbüren und Zeihen beispielsweise durchwachsene Föhrenwälder ausgeholzt, damit das Licht wieder bis zum Boden dringen kann. Zwischen den Bäumen soll in Zukunft regelmässig gemäht werden, damit sich wieder ein Pfeifengras-Föhrenwald bilden kann.

Weitere Bewohner

Besonders wertvoll sind lichte Föhrenwälder auch für kalkliebende Orchideenarten wie Hummel- (Bild) und Wespenragwurz, deren Blüten Insekten nachahmen und sich von Bienenmännchen im Paarungsrausch bestäuben lassen. Eine der schönsten und bekanntesten Orchideen, der Frauenschuh, tritt ebenfalls hier auf. 

Der Sponsor

Für jeden Druckauftrag unterstützt Effinger Medien die Artenförderungsprojekte für den Gelbringfalter mit 5 Franken.

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