Einleitung

Herzlich Willkommen auf unserem Blog «Trekking durch den Jurapark Aargau für Menschen mit Beeinträchtigung». Täglich berichten wir über unsere Erlebnisse und Eindrücke auf der Wanderung.

Von der Stiftung FARO kam die Idee, ein Trekking durch den Jurapark Aargau aufzugleisen, mit dem Ziel ein unvergessliches Erlebnis in der Natur für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Gemeinsam wurde die Idee von Insieme Bildungsklub Aargau, der Stiftung FARO, dem Jurapark Aargau und vielen anderen Partnern – ohne die es so nicht möglich gewesen wäre - schliesslich umgesetzt. Das Trekking findet in der Woche vom 27. - 31. August 2018 statt.

Fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region Aargau starten zusammen mit dem siebenköpfigen Leiterteam am Montag in Zeiningen und wandern während fünf Tagen von Bauernhof zu Bauernhof, bis am Freitag Zeihen erreicht wird. Unter kundiger Führung führt die Route durch die Jurapark-Landschaft vorbei an wunderschönen Aussichtsplätzen und Ruinen. Während der Wanderung kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Genuss von regionalen Produkten aus dem Jurapark Aargau. Mit dabei werden auch Isländer- und andere Pferde sein, die einen Teil des Gepäcks und manchmal auch müde Wanderer tragen werden.

Wir freuen uns alle schon sehr auf das Trekking und können es kaum erwarten, zu starten. Ihnen wünschen wir bereits viel Vergnügen mit diesem Blog.

Herzliche Grüsse aus dem Jurapark Aargau

Euer Leiter-Team

Tag 1 - Montag, 27. August

Tagesausflug Sonnenberg in Zeiningen

Hallo zusammen!

Heute war der erste Tag unserer Trekking-Woche und es hat bereits sehr gut begonnen. Wir hatten den ganzen Tag fantastisches Wetter und konnten es richtig geniessen.

Um 10.00 Uhr haben wir uns auf dem Hof der Familie Senn in Zeiningen getroffen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem sehr leckeren «Frühstück» ging es bereits los. Unser heutiges Tagesziel war der Sonnenberg. Auf einer gemütlichen Wanderung durch den kühlen Wald, in Begleitung der süssen zwei Isländer, Lyfting und Grytca, erreichten wir nach gut zwei Stunden den Sonnenbergturm, wo wir eine herrliche Aussicht in den Schwarzwald, die Alpen und den Jura hatten. Nach einer Pause ging es auf dem Fricktaler Höhenweg zurück nach Zeiningen, wo uns drei weitere Pferde grasend hinter dem Hof begrüssten.

Nun freuen wir uns auf den Abend. Uns steht ein feines Abendessen - Gschwellti mit Kräutern aus dem Arzneipflanzengarten von Silvia Senn - bevor und wir haben die Möglichkeit, unsere eigene Ringelblumensalbe herzustellen, bevor es ins Stroh zum Schlafen geht.

 

Tag 2 - Dienstag, 28. August

Von Zeiningen nach Wegenstetten

Nach einer tollen Nacht im Stroh – für viele das erste Mal – weckte uns Lea mit der Gitarre um 07.30 Uhr. Nach einem reichhaltigen Frühstück packten wir unsere sieben Sachen, sattelten die Pferde und marschierten um 10.00 Uhr los in Richtung Wegenstetten. Es lagen rund 11 Kilometer vor uns. Nach einem sehr steilen Aufstieg in Zeiningen flachte der Weg ab und führte an Kirschbäumen vorbei in den schattenspendenden Wald.

Die Pferde wurden heute früh nicht umsonst gesattelt. Es ging nicht lange und alle Teilnehmer entschieden sich für das Pferd und konnten so – unter stetiger Aufsicht – die restliche Strecke reitend verbringen, was sie übrigens hervorragend gemacht haben.

Der Weg führte auf dem Evolutionspfad beziehungsweise dem Fricktaler Höhenweg entlang auf den Looberg, wo wir erneut mit einer herrlichen Aussicht belohnt wurden. Während einer wohlverdienten Pause mit Glacé konnten wir hautnah auf dem Flughafen Schupfart mehreren Flugzeugen beim Start zusehen. Kurz vor 17.00 Uhr erreichten wir unser Tagesziel, die Stone Ranch in Wegenstetten. Hier erwartet uns nun ein toller Abend mit Ranch-Spielen und Musik.

Der heutige Tag war ein Tag mit sehr vielen schönen und auch einigen traurigen Momenten. Wir mussten leider einen Teilnehmer verabschieden. Beste Grüsse von der Stone Ranch - das Leiter-Team

 

Tag 3 - Mittwoch, 29. August

Von Wegenstetten nach Wittnau

Der heutige Tag war sehr abwechslungsreich und führte uns von einem Schmuckstück zum anderen. Der Jurapark Aargau wird nicht umsonst die grüne Schatzkammer genannt.

Tagwache war erneut um 07.30 Uhr, wobei einige von uns bereits früher wach waren. Vielleicht konnten sie es kaum erwarten, was ihnen der heutige Abschnitt alles zu bieten hat. Nachdem wir uns von der Familie Schreiber verabschiedeten, ging es bereits los. Es war wieder sehr heiss und wir waren alle froh, dass wir fast den ganzen Tag im Wald verbringen konnten.

Von der Stone Ranch führte der Weg auf den Tiersteinberg, wo wir bei der Bergruine Alt Tierstein Halt machten und unser Picknick assen – mit Blick auf Gipf-Oberfrick und den Tafeljura. Den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung haben wir mit der Ruine bereits hinter uns gebracht. Von nun an ging es nur noch bergab und geradeaus, vorbei an zahlreichen Obstbäumen und Reben.

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir unser Tagesziel - den Erlebnishof der Familie Schmid, wo wir heute übernachten werden. Nach einer kurzen Verschnaufpause mit leckerem Speckzopf, Kaffee und Früchten vom Hof lud Helen Schmid zur Hofführung ein. Sie erklärte uns den ganzen Betrieb. Das Streicheln und Füttern der Tiere wurde uns auch nicht vorenthalten. So unterstützen alle Teilnehmer Helen tatkräftig beim Füttern der Kühe. Nun sind wir gespannt, was uns der restliche Abend noch bringt!

Tag 4 - Donnerstag, 30. August

Von Wittnau nach Herznach

Das Gewitter gestern Abend hat richtig gut getan. Nicht nur zum Schlafen war es sehr angenehm, auch die Temperatur zum Wandern heute war ideal. Wobei es am Morgen beim Frühstück schon fast ein bisschen kalt war – aber wir sind ja alle top ausgerüstet.

Tagwache war wieder um 07.30 Uhr. Zwei Personen standen jedoch früher auf, damit sie um 07.00 Uhr bereit waren, um mit Herbert die Kühe im Stall zu füttern. Als es 10.00 Uhr schlug, ging es los. Heutiges Tagesziel und längste Etappe unseres Trekkings war der Eichhof oberhalb von Herznach.

Nach einem längeren, teilweise steilen Aufstieg steuerten wir den Eisenweg an, der uns zum Bergwerk Herznach führte. Die Wolkendecke öffnete sich und wie gerufen kam die Sonne zum Vorschein. Denn in Herznach war eine Kaffee-Stop respektive eine Glacé-Pause beim Juraparkladen «Gnuss vo do» geplant. Die Glacés vom Söhrenhof müsst ihr unbedingt auch probieren - sie sind wirklich äusserst lecker. Mittlerweile haben wir den Eichhof erreicht und sind gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten. Es gibt Risotto und Schoggibanane vom Feuer. Wir freuen uns auf die letzte Nacht im Stroh.

 

 

Tag 5 - Freitag, 31. August

Von Herznach nach Zeihen

Gestern Abend war bereits der letzte gemeinsame Abend. Diesen haben wir in vollen Zügen genossen. Nach dem leckeren Risotto vom Feuer gab es nebst den Schoggibananen auch noch diverse Kuchen zum Dessert. Einige Teilnehmer haben sogar noch Schlangenbrot gemacht – gefüllt mit Schokolade. Nach dem Essen wurde die Gitarre hervorgeholt, die Liederbüchlein verteilt und gemeinsam gesungen. Es war ein wirklich gelungener Abschlussabend.

Heute spielte das Wetter nicht mehr mit, was aber nicht tragisch war. Bis 11.00 Uhr hatten wir «Freizeit» und konnten uns auf dem Hof die Zeit vertreiben. So verfasste ein Teilnehmer einen Trekkingbericht für das MBF Aktuell, es wurden Karten geschrieben oder im Stall mitgeholfen.

Highlight des Morgens war das Vorführen des Tölt-Gang. Für die «Nicht-Pferde-Kenner»: die Isländer sind eine der wenigen Pferderassen, die fünf verschiedene Gangarten laufen können. Neben den Grundgangarten (Schritt, Trab und Galopp) können die Islandpferde auch noch Tölt und Pass. Tölt sieht sehr elegant aus. Der Reiter sitzt dabei beinahe erschütterungsfrei auf dem Pferd.

Um 11.15 Uhr ging es dann weiter in Richtung Zeihen, wo wir uns schweren Herzens verabschiedeten. Dabei flossen einige Tränen.

Es war eine Woche, in der neue Freundschaften entstanden sind. Eine Woche mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen. Eine Woche in der sehr viel gelacht wurde. Wir freuen uns bereits jetzt auf das nächste Jahr.

Hinweis: Einen Artikel zu diesem Trekking finden Sie in der Ausgabe der Neuen Fricktaler Zeitung NFZ vom Freitag, 31. August (Titel, Artikel).

 

Perimuk sagt, bis bald im Jurapark