Fledermäuse im Jurapark Aargau

Viele Fledermausarten in der Schweiz sind bedroht, weshalb alle 30 einheimischen Fledermausarten bundesrechtlich geschützt sind. Die Ursachen für deren Rückgang sind vielfältig: Lebensraumverlust, Nahrungsmangel aufgrund des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln sowie die Zerstörung von Fledermausquartieren sind die Hauptgründe. Fledermäuse sind zudem zu Unrecht noch im­mer mit negativen Vorurteilen belastet, wel­che ihren Ursprung im Unwissen weiter Bevölke­rungsteile haben. Dabei sind Fledermäuse Nützlinge, die nachts nach Mücken und Obstschädlingen jagen.

3 seltene Fledermausarten kommen im Jurapark Aargau vor:

Im Jurapark kommen verschiedene Fledermäuse vor. Viele Fledermauskolonien bestehen seit Jahrzehnten in Kirchen und Dachstöcken. Ganz besonders sind die Kolonien von drei stark gefährdeten Fledermausarten, z.B. im Wegenstettertal (siehe Abbildung):

Grosse Hufeisennase (rot: Wochenstube)Rhinolophus ferrumequinum

Eine Art am Rande des Aussterbens: Nur noch an drei Orten zieht die Grosse Hufeisennase in der Schweiz ihre Jungen gross. Eine dieser Kolonien bewohnt die alte Trotte in Wegenstetten und jagt in den umliegenden Wiesen, Ufergehölzen und Hochstammgärten nach Insekten. Ihre Jagdflüge verlaufen wie auf unsichtbaren Strassen durchs ganze Wegenstettertal, nach Wittnau und bis in den Kanton Solothurn.

Graues Langohr (schwarz: Wochenstuben)Plecotus austriacus

Das Graue Langohr kommt im Kanton Aargau nur noch im Jurapark-Gebiet vor. Das Graue Langohr kann im Rüttelflug mitten in der Luft stehen bleiben, an Ort die Richtung wechseln und sogar Loopings drehen. Das ermöglicht ihm, auch mitten in den Baumkronen der Hochstammgärten zu jagen. Kolonien finden sich unter anderem in den Kirchen von Hellikon und Wegenstetten sowie im alten Schulhaus in Zeiningen

Grosses Mausohr (blau: Wochenstuben)Myotis myotis

Das gesellige Grosse Mausohr ist ein guter Zuhörer: Es findet seine Beute nicht nur per Ultraschall-Ortung, sondern auch durch ihre Flatter- und Krabbelgeräusche. Das Grosse Mausohr ist weiter verbreitet als die beiden anderen Zielarten und stellt etwas niedrigere Ansprüche an seinen Lebensraum. Es bildet aber auch grössere Kolonien, die dementsprechend viel Nahrung benötigen. Die Hälfte aller Aargauer Kolonien liegen im Jurapark, so auch die grösste Aargauer Kolonie in Veltheim.

 Die Wochenstuben, Flugrouten und Jagdgebiete werden von Generation zu Generation weitergegeben. Auf Veränderungen stellen sich die sprichwörtlichen Gewohnheitstiere nur schwer ein. Um das Überleben der seltenen Fledermausarten zu sichern, gilt es daher, die bestehenden Dauerwiesen und Jagdstrukturen langfristig zu erhalten. Ideen, wie Sie zur Förderung der Fledermäuse beitragen können, finden Sie auf der Projektseite des Fledermaustals.

Jurapark-Täler mit Fledermausvorkommen:

Wegenstettertal

Im Wegenstettertal leben dank wertvollen Wochenstubenquartieren, Jagdgebieten und Flugkorridoren drei stark gefährdete, oben aufgeführte Fledermausarten: Grosse Hufeisennase, Graues Langohr und Grosses Mausohr. Diesen Schatz zu erhalten ist von nationaler und internationaler Bedeutung.

Schenkenbergertal

Im Südosten des Juraparks, in Veltheim am Eingang zum Schenkenbergertal, lebt eine der grössten Grossen Mausohr-Kolonien der Schweiz. Um die 1000 Fledermausmütter fliegen im Sommer jeden Abend aus, um ihre Jungtiere zu ernähren. Sie jagen in den Obstgärten, Wiesen und lichten Wäldern des Schenkenbergertals und seiner Umgebung, unter anderem auch im Auenschutzpark. Um den Erhalt der Kolonie kümmern sich der Kanton Aargau, die Stiftung Fledermausschutz und die Kirche Veltheim

Mettauertal

Im Kirchturm von Sulz gibt es ebenfalls eine Fledermauskolonie von Grossen Mausohren. Heute leben hier über 500 Weibchen und rund 300 Jungtiere.

 

Weiterführende Infos zum Vorkommen und der Verbreitung von Fledermäusen im Aargau, bietet das Fledermaus-Monitoring, welches im Rahmen des 30. jährigen Fledermausschutz-Jubiläums herausgegeben wurde. Details sind im Magazin Umwelt Aargau zu finden.

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